Die faszinierendsten Städte der Welt: Paris

Die faszinierendsten Städte der Welt: Paris

Die Geschichte der französischen Hauptstadt ähnelt ein wenig jener von London. Auch die Geschichte von Paris nahm vor rund 2.000 Jahren ihren Anfang. Hier spielten ebenfalls die Römer eine entscheidende Rolle. Sie eroberten 52 vor Christus die keltische Siedlung Lutetia. Doch das war erst der Beginn der modernen Zeitrechnung. Archäologische Ausgrabungen legen nahe, dass der keltische Stamm der Parisii bereits 4.200 Jahre vor Christus ihre ersten Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Paris angelegt hatten. Sie gaben der Stadt in weiterer Folge auch ihren heutigen Namen Paris.

Mit den Römern kam auch der Aufschwung der Stadt. Sie bauten Paläste, Bäder und ein Amphitheater. Das ging so lange gut, bis das Römische Reich zusammenbrach. Bis dahin war Paris allerdings nicht mehr als ein dünn besiedeltes Gebiet gewesen. Es sollte noch lange dauern, genau bis 580 nach Christus, bis sich Paris zur Hauptstadt Frankreichs aufschwang. Die Errichtung der Kathedrale Notre-Dame und der Sorbonne gab dem heutigen Paris eine erste grobe Form. 1291 kamen nach dem Fall Jerusalems die Tempelritter in die Stadt, nur 23 Jahre später ging der legendäre Orden endgültig unter. Im hundertjährigen Krieg fiel die Stadt in die Hände der Engländer. Heinrich VI. von England krönte sich in Notre-Dame folgerichtig zum König von Frankreich, doch seine Herrschaft sollte nicht lange andauern. Seuchen und Epidemien forderten immer wieder ihren Tribut, die große Zeit von Paris sollte erst noch kommen.

Der Sonnenkönig modernisierte

Ludwig XIII startete in der Stadt ein umfangreiches Bauprogramm. Ihm verdankt Paris unter anderem das Marais-Viertel und die Vorstädte Saint-Honoré und Saint-Germain, sowie den Jardin de Plantes. Unter dem legendären Sonnenkönig Ludwig XIV wurde die Stadt zum großen Vorbild des Barock. Eine umfangreiche Modernisierung sorgte für eine neue Wasserversorgung, zwei Krankenhäuser und eine Straßenbeleuchtung. Im Jahr 1682 bezog Ludwig XIV das Schloss Versailles. Rund 100 Jahr später startete die Französische Revolution, deren Auswirkungen in ganz Europa spürbar wurden. Napoleon beherrschte in weitere Folge ganze Teile des Kontinents, bevor er nach seiner zweiten Verbannung endgültig die Macht abgeben musste. 1846 hatte Paris bereits mehr als eine Million Einwohner. In der Belle Époque von 1871 bis 1914 entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum für die schönen Künste. Nach der insgesamt vierten Weltausstellung wurde das Wahrzeichen der Stadt, der Eiffelturm errichtet. Dieser sollte ursprünglich wieder abgebaut werden, doch er ist bis heute das weithin sichtbare Symbol für die französische Hauptstadt. 1921 drängten sich bereits drei Millionen Bewohner in Paris.

Der Sonnenkönig modernisierte
Der Sonnenkönig modernisierte

Nach der Befreiung durch die Alliierten im Jahr 1944 befreite sich die Metropole von den Fesseln der deutschen Besatzung. Der Wideraufbau begann. Erst im Jahr 1973 konnten die Pariser ihren Bürgermeister erstmals selbst wählen. Sie entschieden sich für den späteren Staatspräsidenten Jacques Chirac. Der hinterließ, so wie viele seine Vorgänger auch, durch berühmte Bauwerke seine Spuren in der Stadt. Wenn man heute durch Paris wandert, spürt man den Atem der Geschichte im Nacken. Mit ihrer Kultur, ihrem Flair und ihrer Lebenslust zählt Paris zweifellos zu den bedeutendsten Städten der Welt.